Pädosexuelle Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche

Die Offenlegung sexualisierter Gewalt von Priestern gegen Schüler des Berliner Canisius Kollegs im vergangenen Jahr (2010), sorgte in der Folge für das Bekanntwerden einer Flut ähnlich gelagerter Übergriffe. Fälle, in denen Kinder und Jugendliche durch sexualisierte Gewalt in anderen Schulen, Internaten und Heimen gedemütigt und verletzt wurden. Fälle, die z. T. bereits mehrere Jahrzehnte zurücklagen und nun Zug um Zug aufgedeckt wurden.
Bei vielen dieser "pädagogischen Fachkräfte" die als Täter in Erscheinung traten, handelte es sich um pädophile Männer, die sich in ihren Wirkungsstätten einen Freiraum schaffen konnten, der es ihnen ermöglichte, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen sexuell auszubeuten. Viele dieser Erwachsenen hatten in ihren Einrichtungen Leitungsfunktionen inne oder galten als besonders qualifizierte, ja geradezu wegweisende Vertreter ihres Fachs. Umso erschreckender die Ernüchterung nach den Offenlegungen, der durch sie zu Schaden gekommenen früheren Schülerinnen und Schüler.
Vor der Offenlegung dieser ganzen Vorkommnisse wurde das Thema Pädophilie im öffentlichen Diskurs oft noch verharmlosend behandelt. Lediglich in der Fachöffentlichkeit wurde dieses Thema unter Kinderschutzgesichtspunkten bereits zuvor kritisch diskutiert. Erst durch das tatsächliche Ausmaß der jüngst bekannt gewordenen Kinderschutzfälle, in denen pädosexuelle Erwachsene beteiligt waren, schlugen nicht nur die Wogen der Empörung hoch, sondern es wurde auch gehandelt. Kirchliche Institutionen entwickelten Standards für den institutionellen Umgang mit sexuellen Übergriffen durch Fachpersonal, die Bundesregierung hatte einen runden Tisch zum Thema ins Leben gerufen, eine bundesweite Telefonberatung wurde geschaltet, die allen, von sexualisierter Gewalt Betroffenen zugänglich ist. Erste Maßnahmen, die allerdings noch nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung des Kinderschutzes führen. Denn neue Regeln/Gesetze und vermehrtes öffentliches Interesse alleine führen noch nicht dazu, dass Kinderschutz auch materiell gut dasteht. In einer kürzlich vom NDR gesendeten Dokumentation "Das missbrauchte Kind" zeigten die Filmemacher z. B. zwei akute Schwachstellen im Hilfesystem auf:

• Es mangelt weiterhin an ausreichenden Therapiemöglichkeiten für Opfer sexueller Ausbeutung,
• es gibt kaum Behandlungsmöglichkeiten für pädophil veranlagte Männer. Die Option, pädosexuelle Straftaten durch Vorbeugung zu verhindern, ist so gut wie nicht gegeben.

Die Macher der Sendung monierten, dass das Gesundheitsministerium keine Vertreter entsandt habe, zu den Expertenanhörungen und runden Tischen, die zum Thema Kinderschutz ins Leben gerufen wurden. Dies, so die Filmemacher, sei fatal, da in diesem Ministerium darüber entschieden werde, welche Behandlungskosten, z. B. für die Therapie pädophil veranlagter Männer, von den Krankassen übernommen werden müssen. "250.000 Männer, so schätzt man, seien in Deutschland entsprechend veranlagt. Insgesamt gibt es nur vier, z.T. von Schließung bedrohte Anlaufstellen. Angeblich, so der Vorwurf der Politik, sei nicht nachgewiesen, dass durch die Behandlung pädophiler Männer Verbrechen verhindert werden könnten. Das Desinteresse der Volksvertreter ist leicht erklärt: Wer in den Ruf gerät, sich für Kinderschänder einzusetzen, darf auf Wählerstimmen nicht zählen." (Spiegel online)
Damit der Kinderschutz eine nachhaltige Verbesserung erfahren kann, bedarf es also noch weitergehender Entscheidungen.

Thema Pädophilie
Im Folgenden wollen wir der Frage nachgehen, mit welchen Argumentationslinien Pädophile selbst ihr Handeln nach außen hin legitimieren. Des Weiteren geht es um die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche wenn sie mit sexualisierten Beziehungsangeboten pädophiler Erwachsener konfrontiert werden und welche Faktoren es pädosexuellen Erwachsenen erleichtern, ihren Neigungen nachzugehen, insbesondere in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Diskussionen im politischen Kontext der 1980er Jahre
Diskussionen um die Entkriminalisierung der Homosexualität im Sexualstrafrecht, Ende der 70er/Anfang der80er Jahre, wurden von Pädophilengruppen dazu benutzt sich mit ihren Anliegen zu Wort zu melden, indem sie die Straffreiheit einvernehmlicher sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern einforderten. Sie suchten bei Kriminologen, Sexualwissenschaftlern und Teilen der Grün/Alternativen Bewegung nach Unterstützern für ihre Forderungen. Bis gegen Ende der 80iger Jahre war diesen Absichten durchaus Erfolg beschieden. Teile des links- alternativen Milieus boten Pädophilen einen ideologischen Rahmen, den diese zur Verbreitung ihrer Interessen und Ansichten nutzten. So konnte sich z. B. eine Schwulen- und Päderastengruppe im NRW-Landesverband der Grünen zeitweise etablieren und dort offensiv ihre Interessenspolitik betreiben. In Teilen der Kriminologie und der Sexualwissenschaft gab es ebenfalls kontroverse Auseinandersetzungen. So wurde bei der Frage einer möglichen Straffreiheit sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden zwischen "gewaltfreien Handlungen", denen das Kind zugestimmt habe und sexuellem Missbrauch. Das Plädoyer für die Straffreiheit bei sogenannten "gewaltfreien Akten" zwischen Erwachsenen und Kindern wurde von den meisten Wissenschaftlern aber wieder verworfen. "In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war als ein Faktor vom US-amerikanischen Soziologen David Finkelhor der Begriff des "informed consent" als wesentliches Maß eingeführt worden, nachdem es freiwillige sexuelle Handlungen durch Kinder geben kann, sie aber meist nicht die Tragweite einer solchen Zustimmung überschauen können."
Nichts desto trotz muss die Frage gestellt werden, wie diese Rechtfertigungsversuche heute aussehen.

Neuere Argumentationen mit dem Ziel der Legitimierung pädophiler Kontakte
Zunächst sind hier Pädophilengruppen selbst zu nennen, die sich zu Wort melden, um für die gesellschaftliche Anerkennung ihrer sexuellen Präferenz zu werben. Sie erheben den Anspruch, dass die Verschiedenheit der sexuellen Wünsche von Kindern und Erwachsenen grundsätzlich überbrückbar sei und dass ein gleichberechtigter, einvernehmlicher, verantwortlicher und kindgemäßer Sexualkontakt mit großer Sicherheit primär (ohne die Einmischung von außen) für Kinder keinen Schaden mit sich brächte. (AHS Papier) Darüber hinaus seien pädophile Erwachsene auch die besseren Sexualerzieher für Kinder, da sie nicht durch die Inzest-Hemmung der Eltern belastet seien. Man beruft sich auf den Aufsatz eines forensischen Soziologen, Michael Schetsche, mit dem Titel "Der einvernehmliche Missbrauch", worin der in einer Strafrechtsreform verschärfte Strafrechtsparagraph 182 hinsichtlich seiner Plausibilität in Bezug auf das zugrunde gelegte Rechtsgut untersucht wird. Hauptkritikpunkte sind das vorgebliche Abheben des Paragraphen auf das Recht der sexuellen Selbstbestimmung. Der Titel des 13. Abschnitts des § 182, "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" suggeriere den Schutz derselben, diene aber anderen Rechtsgütern, etwa der "ungestörten sexuellen Entwicklung". Mit diesem "Selbstbestimmungs-Paradoxon" werde Kindern das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung geradezu abgesprochen. Die pauschal zugrunde gelegte Schädigung sieht der Autor aufgrund eigener empirischer Untersuchungen nicht als gegeben an, spricht dem vorausgesetzten Machtgefälle, das dort mit Gewalt gleichgesetzt würde, lediglich ein "Gewaltpotential" zu, das er nicht regelhaft umgesetzt sieht. Der Autor bezieht sich auch auf psychoanalytische Positionen, wobei z. B. in Ferenczis These von der "Sprachverwirrung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind" doch lediglich von inzestuösen Verführungen die Rede sei. So sei zu hinterfragen, ob denn sexuelle Kontakte "zu Fremden oder oberflächlich Bekannten" in der beschriebenen Weise schädlich sein sollten. Tatsächlich finde doch besonders bei den älteren der unter 14jährigen eine partielle Ablösung von dem Elternhaus statt, da die Kinder sich in einer "Phase der Konturierung sexueller Objekte" (Dannecker) befänden. Wie solle denn das Kind so plötzlich mit 14 Jahren "vom asexuellen zum sexuellen, vom unreifen zum reifen Wesen" werden. Die tatsächliche Ausnutzung eines vom Gesetzgeber konstatierten Machtgefälles müsse gerichtlich, bzw. gutachterlich daraufhin überprüft werden, ob sie denn stattgefunden hätte.
Diese Argumentationslinie, über deren Motiv sich der Autor eigenartigerweise ausschweigt, mündet bei Pädophilengruppen letztendlich in die Forderung nach Legitimierung und Entkriminalisierung pädophiler Kontakte sowie einem Verlangen nach einer entsprechenden Reform von § 176 und 182 StGB. Pädophile würden durch lange Haftstrafen in ihrer Wandlungsbereitschaft demotiviert und in eine Scheinanpassung und Isolierung gedrängt. Das Verbot pädophiler Sexualkontakte und kinderpornografischer Darstellungen würde Kindern und Jugendlichen lustbetonte sexuelle Vorgänge geradezu verstellen.
Das Perfide dieser Argumentation liegt nun darin, dass ein für die Entwicklung kindlicher Sexualität wichtiger Aspekt dazu benutzt bzw. missbraucht wird, um das eigene Handeln zu rechtfertigen, indem sich pädosexuelle Erwachsene zu den Hütern des Rechts von Kindern auf sexuelle Selbstbestimmung erheben. Dies sind auch die argumentativen Einfallstore über die Pädophile ihre ethische Anerkennung und Straffreiheit erreichen möchten.
Dabei erfahren sie Unterstützung von unterschiedlicher Seite. So z.B. durch den Bremer Soziologen Rüdiger Lautmann, der in seinem Buch "Die Lust am Kind" Pädophilen den Anspruch zubilligt, eine eigene, lebbare Sexualform auszubilden, da es eine Variante von Pädophilie gäbe, die für Kinder "förderlich" sei.
Mitunter erhalten diese Gruppen, ob gewollt oder ungewollt auch von staatlicher Seite her Unterstützung. Einem Verein, der das Recht auf das Ausleben von Sexualität zwischen Erwachsenen und Kinder propagiert, wurde z.B. die Gemeinnützigkeit zugebilligt. So können Pädophile mit diesem Prädikat auch in Ihrer Außendarstellung den Anschein von Harmlosigkeit erwecken. (Dem Verein wurde zwischenzeitlich die Gemeinnützigkeit wieder aberkannt.)
Die Art und Weise, in der die hier angeführten Argumente benutzt werden, um das eigene Handeln zu rechtfertigen, sind durchaus vergleichbar mit den realen Annäherungsversuchen Pädophiler an Kinder. Nicht das Wohl von Kindern, sondern in erster Linie die Befriedigung eigener Bedürfnisse steht im Zentrum des Interesses. Dieser Sachverhalt darf sowohl in der öffentlichen Auseinandersetzung als auch im realen Kontakt zu Kindern nicht sichtbar werden. Es bedarf der LEGENDE des "guten" Pädophilen, der sich nach außen hin als Repräsentant des Kindeswohls präsentiert.
Aber welches eigenständige Interesse sollten Kinder an einer sexuellen Beziehung zu einem Erwachsenen haben?
Auch in diversen "wissenschaftlichen Untersuchungen", die zu den Auswirkungen sexueller Ausbeutung von Kindern erstellt wurden, erhalten Pädophile Rückendeckung für ihr schädigendes Verhalten. Einige Forscher wollen für den Bereich der sog. "einvernehmlichen Sexualität" zwischen Erwachsenen und Kindern wenig Risikofaktoren und kaum negative Auswirkungen für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern entdeckt haben. Siehe z. B. die Studie von Rind, Bausermann und Tromovitch. Zwar handelt sich hierbei nur um eine Minderheit von Forschern, nichts desto trotz werden diese Untersuchungen aber immer wieder von Pädophilengruppen zitiert, um die "Ungefährlichkeit" ihres Handelns auch wissenschaftlich zu untermauern. Bei der Bewertung dieser Forschungsarbeit wird jedoch nicht zur Kenntnis genommen, dass dabei nur sehr eingeschränkte Fragestellungen überprüft wurden. Die Untersuchungen beschränken sich ausschließlich auf die mit den sexuellen Kontakten verbundenen Handlungsabläufen. Die sozialen und psychischen Kontexte, in denen sie eingebettet waren, bleiben in diesen Forschungsarbeiten ausgeblendet. Oder es wird aus Untersuchungen zitiert, in denen "differenzierende Aussagen, z.B. nach Intensität der Erfahrung oder der Dauer, wegen der Grobheit der Kategorie ‚sexueller Missbrauch' in den Meta-Analysen kaum zu finden sind". So kann man das, was man nicht wissen möchte, auch weiterhin getrost ausblenden. Menschen, die mit der Materie nicht vertraut sind, werden so u.U. verunsichert und wissen nicht, wie sie das Verhalten pädosexueller Erwachsener zu Kindern und Jugendlichen einschätzen sollen.
Einem Kind zu unterstellen, sein Interesse an einem Erwachsenen sei mit vergleichbarer sexueller Erregung oder sexuellen Wünschen wie jenes Erwachsenen verbunden, verkennt das Argument der Sprachverwirrung zwischen Kind und Erwachsenem, wie Ferenczi es entwickelt hat und missbraucht die Entdeckung der infantilen Sexualität. "Ein Erwachsener und ein Kind lieben einander; das Kind hat die spielerische Phantasie, mit dem Erwachsenen die Mutterrolle zu spielen. Dieses Spiel mag auch erotische Formen annehmen, bleibt aber nach wie vor auf dem Zärtlichkeitsniveau. Nicht so bei pathologisch veranlagten Erwachsenen. Sie verwechseln die Spielereien der Kinder mit den Wünschen einer sexuell reifen Person" und üben dann, ohne Rücksicht auf die Folgen, sexuelle Gewalt gegen Kinder aus.
Die diesem Missbrauch zugrunde liegende Dynamik soll an einem Beispiel veranschaulicht werden:
Der Trainer eines Fußballvereins mit pädosexuellen Neigungen bietet einem Jungen extra Trainingsstunden mit anschließendem Schwimmbadbesuch an. Der Junge geht gerne auf diesen Vorschlag ein, vielleicht auch, weil ihm eine männliche Bezugsperson fehlt, vielleicht nur, weil es sein Selbstwertgefühl und seinen Wunsch nach Anerkennung oder seinen Ehrgeiz befriedigt. Während des ersten Schwimmbadbesuchs bittet der Trainer den Jungen seinen Rücken abzutrocknen, da es angenehmer sei, wenn das ein anderer mache. Der Junge erinnert sich vielleicht daran, dass er es auch schön findet, z.B. von seiner Mutter den Rücken abgetrocknet zu bekommen, denkt sich nichts dabei und erfüllt dem Trainer diese Bitte. Der Trainer geht noch einen Schritt weiter und bittet um eine Rückenmassage, da er sich beim Spielen mit dem Jungen so verspannt habe. Eine Bitte, die auch dazu dient, herauszufinden, wie der Junge auf den Wunsch nach Körperkontakt reagiert, ohne dass dies für den Trainer gefährlich werden kann. Er merkt, dass der Junge dazu keine Lust hat und akzeptiert dies auch. Hier ist, oberflächlich gesehen, nichts ohne den Willen des Jungen geschehen. Schaut man jedoch etwas genauer hin, dann wird deutlich, dass hier zwei vollkommen unterschiedliche Ebenen zusammengekommen sind. Der Junge genießt es, die extra Zuwendung des Trainers durch den Schwimmbadbesuch, ohne dabei an Sexualität zu denken, wie ein Erwachsener sie in Bezug auf seinen sexuellen Körper nach der Pubertät versteht. Der Trainer hat ein unvermeidlich anderes Script im Kopf, da er eine sexuelle Entwicklung mit einer mehr oder weniger gelungenen psychischen Integration seines sexuellen Körpers durchlaufen hat. Eine Entwicklung, welche der Junge erst im Begriff ist zu durchlaufen. Das Szenario, das sich in der Phantasie des Trainers abspielt, ist für den Jungen nicht zu durchschauen. Die Erregung des Erwachsenen hingegen wird sich ihm mitteilen und den Raum besetzen, dessen der Junge an der Schwelle seiner Entwicklung zur Pubertät bedarf für die allmähliche, ihm angemessene Entdeckung seiner eigenen, sich verändernden sexuellen Erlebnisfähigkeit. Zwischen dem Erwachsenen und dem Kind herrscht eine Disparität der Wünsche und sexuellen Erlebnisfähigkeiten, die wegen der grundsätzlichen Unterschiedlichkeit des infantilen und vorpubertären Empfindens und der des reifen sexuellen Körpers und Empfindens des Erwachsenen nicht überbrückbar sind. Da das Kind und der Erwachsene nicht auf derselben Ebene sexuell empfinden und handeln können und darüber hinaus nur der Erwachsene dies wissen kann, birgt die pädophile Beziehung strukturell Gewalt in sich. Dies wird aber nicht zur Kenntnis genommen. Im Gegenteil: Der Anspruch des Pädophilen, sich in die Phantasie-, Gefühls-, und Wunschwelt von Kindern hineinversetzen zu können und dem Kind dann eine Führungsrolle zu überlassen, verkennt notwendigerweise die Asymmetrie infantiler versus erwachsener Sexualität. Pädosexuelle Erwachsene müssen diese Wahrheit ausblenden, um die sexuelle und emotionale Ausbeutung, die in diesen Übergriffen enthalten ist, nicht anerkennen zu müssen. Der Erwachsene wird zum Kind und das Kind zu einer idealisierten mächtigen Person, die scheinbar im Besitz eines sexuell reifen Wissens ist. Diese ausdauernde scheinbare Unterwerfung, welche oft mit einer sanftmütigen Zudringlichkeit einhergeht, kann jedoch auch in Aggression umschlagen. Denn die abwartend devote Haltung des pädosexuellen Erwachsenen entsteht ja gerade nicht aus Respekt vor dem Kind, sondern dient in erster Linie dem Ziel herauszubekommen, in wie weit das Kind bereit ist, sich auf ihn einzulassen, ohne dass das es dabei ahnen kann, welche Interessen der Erwachsene mit seinen Annäherungsversuchen verfolgt.

Pädophile Übergriffe bedeuten "Kulturzerstörung"
G. Amendt sieht in dem Verhalten pädophiler Menschen einen mächtigen, zwanghaft erlebten Wunsch, alle Beziehungspositionen, die im Leben eines Kindes wichtig sein könnten, zugleich zu besetzen, indem sie Vater, Mutter, Sohn, Gespiele und Lehrer gleichzeitig sein wollen. Amendt geht noch einen Schritt weiter, er sieht in der Pädophilie ein Indiz der Kulturzerstörung: "Wenn die Kinder hinaus ins Leben gehen, dann wird die Ablösung sichtbar und unumkehrbar. Allein dies ermöglicht Kultur, Autonomie und die Entstehung von Generationengrenzen. Wenn ein Heranwachsender dieses Ziel verfehlt, dann treten in einer weiten Streuung psychische Krankheit, soziale Verwahrlosung und kulturfeindliche Tendenzen auf. Die Pädophilie ist ein solches Indiz der Kulturzerstörung."
Da der Pädophile daran gescheitert sei, die psychische Reife eines Erwachsenen zu erreichen, so Amendt, gebe er dieses Defizit mit seinem Beziehungsangebot an Kinder weiter. Denn die mangelnde Reife versperre bei den pädophilen Menschen die Wahrnehmung für den Bruch eines universellen Tabus, das, wenn es anerkannt wird, verhindere, dass Kinder durch inzestuöse oder inzestähnliche Beziehungen geschädigt würden. Denn "jeder Erwachsene, der sich Kinder zur Befriedigung sexueller Wünsche bedient, steht innerhalb der kindlichen Lebensgeschichte für die Wiederkehr des sexuellen Begehrens nach den Eltern. So gesehen verliert die Frage, ob Erwachsene außerhalb oder innerhalb der Familie ‚verführen', ihre Wichtigkeit. Jede Variante habe ihr Potential, das eine destruktive Wirkung in der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern entfalten könne."
Dies trifft auch auf die Kinder zu, die nicht mit krankheitswertigen Symptomen auf pädosexuelle Übergriffe reagiert haben. Denn in jedem Fall waren sie ja Schädigungen und den damit einhergehenden Risiken ausgesetzt. Es ist in erster Linie ihren inneren Ressourcen und/oder den angemessenen Reaktionen ihren Bezugspersonen zu verdanken, dass keine Auffälligkeiten entwickelt wurden.
Die Fähigkeit sich in ein Kind hineinversetzen zu können, ist nicht automatisch mit Empathie gleichzusetzen
Erwachsenen mit einer pädosexuellen Orientierung wird vielfach zugestanden, dass sie über ein besonders gut ausgebildetes Einfühlungsvermögen für Kinder verfügten. Hier besteht die Gefahr der Begriffsverwirrung. Denn von einer empathischen Grundhaltung zu Kindern kann seitens der pädosexuellen Erwachsen keine Rede sein. Die gefühlte "Nähe" zum Kind und ihr "hohes" Einfühlungsvermögen für deren Befindlichkeiten sind eher als Symptome der Regression zu bezeichnen, die sich im Kontext einer unreifen Persönlichkeit oder als Folge selbst erlebter ähnlicher Schädigungen einstellen. Sowohl Erwachsene aus dem Umfeld, als auch direkt betroffene Kinder sind meist nicht in der Lage diese psychische Disposition zu durchschauen und die destruktiven Anteile dieser "Empathie" zu erkennen.
Will man der Realität kindlicher Entwicklung gerecht werden, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Pädophilie keine lebbare Sexualform ist. Würde sich diese Einsicht auch in der Pädophilenszene durchsetzen, könnte man sich dem Statement des Hamburger Sexualforschers G. Schmidt anschließen der schrieb: "Für diese Bürde, die Zumutung, ihre Liebe und Sexualität nicht leben zu können verdienen sie Respekt, nicht Verachtung, Solidarität, nicht Diskriminierung". Dieser Respekt gegenüber pädophilen Erwachsenen kann sich aber nur dann einstellen, wenn diese bereit sind Verantwortung dafür zu übernehmen, indem sie akzeptieren und annehmen, dass sie eine für Kinder schädliche und daher nicht lebbare Sexualpräferenz haben. "Wer pädophil ist, wird sein Leben lang intensiv an sich und seiner Sexualität arbeiten müssen… Die Anerkennung der Realität ist die Grundvoraussetzung für jeden aufrichtigen Umgang mit Kindern. …Wie viel unbewusste Verzweiflung und Resignation muss dahinter stecken, wenn Pädophile sich in ihre ideologisierten Scheinwelten flüchten? Wir Pädophile müssen bereit sein, ernsthaft und aufrichtig an uns zu arbeiten. Dazu gehört auch die unvermeidliche Anerkennung der Realität. Das schließt die für jeden Pädophilen zunächst sehr bittere Erkenntnis mit ein, dass eine gleichberechtigte sexuelle Liebesbeziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind allem menschlichen Ermessen nach nicht möglich ist." So "Max", ein Absolvent des Therapieprogramms der Berliner Charité, in dem pädophil veranlagte Männer behandelt wurden, die ihre Neigung noch nicht ausgelebt hatten.
Leider haben sich viele Pädophile diese Haltung noch nicht angeeignet, denn von einer verantwortungsbewussten Annahme des eigenen Schicksals kann z. Zt. noch keine Rede sein. Im Gegenteil, pädosexuelle Erwachsene propagieren weiterhin in einer verantwortungslosen Haltung ihr Recht auf sexuelle Beziehungen mit Kindern. Im Vorwort eines aktuellen Buchs zum Thema Pädophilie "Kein Pardon für eine solche Liebe" schreibt der Verfasser Mark Norlok:
"Pädophile lieben junge Menschen wirklich; dass sie diesen gegenüber auch erotische Empfindungen haben, tut dieser Liebe, was ihre Echtheit betrifft, keinen Abbruch. Der Kampf, unschuldige Kinder vor Sexualität und ihren abträglichen Folgen zu bewahren, wird gegenwärtig nicht mehr …unmittelbar auf dem Rücken der jungen Menschen ausgetragen; vielmehr geschieht die Repression und Gängelung heute indirekt, indem zum Gefecht gegen intergenerationale Intimkontakte geblasen wird."
Die im Selbsterfahrungsbericht von "Max" erwähnten "ideologisierten Scheinwelten von Pädophilen" werden durch solche Beschreibungen ganz sicher weiter genährt. Von einer wirklichen Auseinandersetzung darüber, wie eine Verantwortungsübernahme für die eigene pädophile Neigung übernommen werden kann, sind derartige Haltungen und Beschreibungen weit entfernt. Aus sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern werden sprachliche gesäuberte "Intergenerationelle Intimkontakte". Pädophile Erwachsene werden zu Opfern hochstilisiert, denen durch überzogene gesellschaftliche Tabus der Zugang zu Kindern verwehrt wird. In der vielerorts beklagten polarisierten Diskussion des Themas Pädophilie in der die Argumente zwischen Dämonisierung und Verharmlosung hin und her pendeln, hat der Autor Mark Morlok die Seite der Verharmlosung gewählt. Darüber hinaus, wird Dämonisierung, die mitunter auch ein Bestandteil der gesellschaftlichen Diskussion des Themas ist, zum Anlass genommen, den Pädophilen einen Opferstatus zu zubilligen.
Wie bereits eingangs erwähnt, ist es aber auch für behandlungswillige pädophile Erwachsene schwierig, Therapieplätze zu finden. Mangelnde Krankheitseinsicht in Verbindung mit kaum vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten sowie ideologische Rechtfertigungsversuche sind Faktoren die sich wechselseitig verstärken und den präventiven Kinderschutz an dieser Stelle aushebeln.

Pädophile Übergriffe im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe – ein Tabu?
Ein weitaus heißeres Eisen ist jedoch die Tätigkeit von pädophilen Erwachsenen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Hier mehren sich Berichte über pädophile Übergriffe auch in Schulen, Kindertagesstätten, Krabbelstuben, Heimen, Sportvereinen und anderen Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche betreut werden. Offenbar suchen pädophile Erwachsene gezielt nach Möglichkeiten, um in diesen Einrichtungen unter dem Deckmantel ihrer Profession Kontakte zu Kindern herzustellen. Die bereits beschriebene Mischung aus "wissenschaftlich" begründeter Verharmlosung von Pädophilie und einem mangelnden Problembewusstsein der Öffentlichkeit wirkten sich bislang begünstigend für die in diesen Institutionen tätigen Pädophilen aus. Denn kommen zu dieser Mischung aus pseudowissenschaftlicher Rechtfertigung pädophilen Handelns und öffentlichem Desinteresse noch strukturelle Schwachstellen einer pädagogischen Institution hinzu, können diese Personen den Schutz von Kindern, die sich in diesen Institutionen aufhalten, leicht aushebeln. Dies oft über einen langen Zeitraum hinweg, ohne dass Kollegen und auch die Eltern dieser Kinder dies bewusst wahrnehmen.
Da es sich hier beileibe nicht um Einzelfälle handelt, stehen die für diese Institutionen Verantwortlichen in besonderer Weise in der Verantwortung. Dies betrifft sowohl die Trägerschaft und Leitungen als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Einrichtungen.
Die gesteigerte Aufmerksamkeit, die dieses Thema durch die im letzten Jahr (2010) bekannt gewordenen Fälle erhielt lässt hoffen, dass diesem Thema nicht nur mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, sondern dass auch Veränderungen konzeptioneller Art umgesetzt werden, durch die der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung besser gewährleistet werden kann.
Zuvor war das öffentliche Interesse an diesem Thema nicht so ausgeprägt. Auch die Bereitschaft der Institutionen, in denen Kinder betreut wurden, eigene Strukturen zu hinterfragen und pädagogische Konzepte unter dem Gesichtspunkt der "Pädophilen Freundlichkeit" genauer anzuschauen, war noch nicht in dem Maß vorhanden, wie es heute der Fall ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die Beziehungen zwischen Betreuern einerseits und Kindern und Jugendlichen andererseits auswirken werden.
Aus Beratungsgesprächen und Fortbildungen wissen wir z. B., dass hier insbesondere die männlichen Betreuer stark verunsichert sind, bei der Suche nach angemessener Nähe und Distanz in ihrer Beziehungsgestaltung zu den Kindern. D.h. es wäre wünschenswert, dass die notwendigen Veränderungen nicht zu sehr von medialer Aufgeregtheit beeinflusst, sondern in Ruhe und mit der dafür notwendigen Zeit erarbeitet werden. Denn ohne diese Geduld kann das Risiko entstehen, dass wichtige Entwicklungsprozesse von Kindern und Jugendlichen nicht in dem Maß von ihren Betreuern/Betreuerinnen begleitet werden können, wie dies wünschenswert wäre.

Und was bedeutet dies für die betroffenen Kinder und ihre Angehörigen?
In der Vergangenheit haben wir in der Beratungsstelle oft die Erfahrung gemacht, dass bei sexuellen Übergriffen durch Betreuer/Betreuerinnen bisweilen Krisenbewältigungsversuche initiiert wurden, die zu Lasten der betroffenen Kinder und ihrer Eltern gingen. Denn bei Bekanntwerden eines derartigen Vorwurfs entwickelte sich innerhalb der betroffenen Institution schnell eine kollegiale Solidarität, insbesondere dann, wenn es sich um einen engagierten, beliebten Kollegen handelte. In einer Haltung von "was nicht sein darf, kann nicht sein", kamen schnell Alternativhypothesen ins Spiel, die von der Wahrnehmung eines betroffenen Kindes ablenken und dazu dienten, den in Verdacht geratenen Kollegen zu schützen. Diese Haltung setzte sich u.U. auf den weiteren Hierarchieebenen fort, denn schließlich steht in dieser Situation auch der Ruf der Einrichtung auf dem Spiel. Gibt es dann niemanden, der sich in der Lage sieht die Seite des Kindes ernst zu nehmen und dafür sorgt, dass auch die Institution Verantwortung für das (vermutete) Geschehen übernimmt, dann kann sich die Situation schnell zuspitzen und dazu führen, dass sich die Täter-/Opferrollen umdrehen. Sowohl die betroffenen Kinder als auch die Eltern bekamen von den Fachkräften in dieser heiklen Lage oft die Verantwortung dafür zugeschoben, dass Unruhe und Druck innerhalb der Einrichtung zunähmen, dass man anderen Eltern Rede und Antwort stehen müsse, dass der betroffene Kollege vielleicht seine Arbeit verlieren würde. Oder von der Institution wurden andere mögliche Schädiger aus dem Familienumfeld ins Spiel gebracht um den Kollegen zu entlasten. In den Fällen, in denen es nicht gelang, mehr Empathie und Schutz für die Kinder zu schaffen, sorgte dies für Verwirrung und Angst. Sowohl Kinder als auch Eltern hatten den Eindruck, einen großen Fehler begangen zu haben, fühlten sich schuldig an der Aufregung um sie herum und wollten z. T. nicht mehr in die alte Einrichtung zurück.
Kinder und Jugendliche, die stationär oder ambulant betreut werden, haben selbst oft genug massivste Grenzverletzungen durch Eltern oder andere Erwachsene erfahren. Sie bringen diese Erfahrungen in den Hilfekontext notwendigerweise mit ein und fordern ihre Betreuer in besonderer Weise heraus. Kinder und Jugendlichen, die von Erwachsenen sexuell ausgebeutet wurden, haben gelernt, ihren Wert in erster Linie über die Sexualität zu bestimmen, denn nur unter diesem Aspekt wurden sie in der Vergangenheit wahrgenommen und konnten Aufmerksamkeit erhalten. Treffen sie auf Betreuer, die entweder selbst unsicher sind in ihrem Abgrenzungsvermögen oder gar pädosexuelle Neigungen haben, dann wird dies schnell von den Kindern bemerkt. In der Folge können sich dann Symptome sexueller Ausbeutung, die schon als überwunden galten, neuerlich einstellen, z. B. sexualisiertes Verhalten.
Betreuer mit pädosexuellen Neigungen sind nicht in der Lage mit dieser Herausforderung angemessen umzugehen, sie interpretieren das Verhalten des ihnen anvertrauten Kindes/Jugendlichen so um, bis sie es mit ihrer sexualisierten Erwartungshaltung an das Kind in Einklang bringen können.
Mit ihrem sexualisierten Verhalten wollen diese Kinder aber nicht erreichen, dass weitere sexuelle Übergriffe auf sie stattfinden. Das Gegenteil ist richtig. Kinder benötigen einen geschützten Rahmen, innerhalb dessen sie ihre Verwirrung und Beunruhigung zeigen können. Dies geschieht mitunter in einer sehr bizarren, möglicherweise übergriffigen Art und Weise, aber dennoch in Verbindung mit dem Wunsch, dass sich die Erwachsenen, welche sie begleiten, respektvoll verhalten und ihre Grenzen akzeptieren mögen. Pädosexuelle sind nicht in der Lage diese Übersetzungsarbeit zu leisten. Da sie daran gescheitert sind, die psychische Reife eines Erwachsenen zu erreichen, verfügen sie über keinen Wahrnehmungskanal, um diese Beziehungskonstellation zu durchschauen. Den in ihrem pädagogischen Alltag entstehenden Herausforderungen können sie nicht angemessen und professionell begegnen.
Sie tragen zur weiteren Schädigung dieser Kinder in mehrfacher Weise bei:
1. Sie richten Unheil und Verwirrung in den sozialen Bezügen der Kinder an.
2. Sie begehen teilweise massive Grenzverletzungen, indem sie Kinder für die Befriedigung ihrer sexuellen/emotionalen Bedürfnisse ausbeuten. Sie benutzen dabei die Symptome und die Bedürftigkeit dieser Kinder als Einfallstore, um mit ihren Neigungen zum Zuge kommen zu können.
3. Sie geben ihre eigenen Persönlichkeitsdefizite an die durch sie verletzten Kinder weiter.

Es besteht ein dringender Handlungsbedarf in Institutionen
Wie können Institutionen und die in ihnen beschäftigten Mitarbeiter hier Verantwortung übernehmen? Zunächst ist es erforderlich, innerhalb der Institutionen Strukturen zu schaffen und Ressourcen bereitzustellen, die den Mitarbeitern helfen, das Thema Gewalt gegen und Missbrauch von Kindern zu bearbeiten. Dazu gehört auch, sich mit der Gewalt, welche durch die in den Institutionen arbeitenden Menschen ausgehen kann, zu beschäftigen. Denn auch von Menschen, die beruflich mit Kindern arbeiten, kann sexuelle und/oder körperliche Gewalt gegen Kinder ausgehen.
In Teambesprechungen, Fortbildungen und Supervisionen sollte immer wieder die eigene Haltung zu Kindern und Themen wie professionelle Nähe und Distanz in den Beziehungen zu ihnen auf die Tagesordnung gesetzt und bearbeitet werden.
Für die pädagogische /therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedeutet dies, dass Mitarbeiter sich Kenntnisse sowohl über Symptome sexueller Ausbeutung als auch ihrer Dynamik aneignen sollten.
Mögliche Grenzverletzungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Regel keine vom Rest der Einrichtung isolierten Einzelfälle. Vielmehr ist ein Zusammenhang zu beobachten zwischen den individuellen Grenzüberschreitungen einzelner Mitarbeiter und der institutionellen Kodierung von Gewalt, et v. v.
Das macht es erforderlich, dass jede Institution/Einrichtung sich über die in ihr innewohnenden Missbrauch und Gewalt fördernden Strukturen kundig macht und eine Vorgehensweise entwickelt, durch die ihre Mitarbeiter Handlungsorientierungen erhalten, wenn ein Verdacht auf sexuelle Ausbeutung durch einen Mitarbeiter entsteht.
Verweigern sich Institutionen dieser Auseinandersetzung, so ist das Risiko vorhanden, dass es bei sexuellen Übergriffen durch Mitarbeiter zu Konfliktlösungen kommt, bei denen der Kinderschutz auf der Strecke bleibt.
Zum Thema Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt in Institutionen liegen mittlerweile einige Veröffentlichungen vor, die zum Teil auch im Internet unter der unten angegebenen Adresse abgerufen werden können.
Quellen:
o Michael Schetsche: "Der einvernehmliche Missbrauch" (Monatsschrift für Kriminologie und Strafrecht, Jg. 1994, Nr. 77, Heft 4)
o Prof. Dr. G. Schmidt: Über die Tragik pädophiler Männer: ARCADOS Homepage
o Prof. Dr. G. Amendt: Die Selbstdarstellung der Pädophilen und die Realität der Kinder Kriminalistik 5/2000 S.304ff
o AHS Informationen zur Pädophilie: Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität e.V., Gießen
o http://www.context-conen.de/artikel/AR-READ1.pdf
o www.kinderschutzbund-nrw.de2_7_12.htm
o http://de.wikipedia.org/wiki/Debatte_um_Abschaffung_des_Sexualstrafrechts_in_Deutschland
o http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,757412,00.html
o http://www.schicksal-und-herausforderung.de/mein-eigener-weg/paedophilie-kinderliebe-oder-egoismus.html
o http://www.itp-arcados.net/buch-kein-pardon-mark-norlik.php

Autoren: Julius Niebergall, Helga Planz
Der vorliegende Artikel ist aus dem Jahr 2007 und wurde 2011 aktualisiert.
Er wurde ursprünglich in Zusammenarbeit mit Frau Planz für die Veröffentlichung auf der Hompage der Psychotherapeutenkammer Hessen verfasst.
Frau Planz ist analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und arbeitet in freier Praxis in Frankfurt am Main

Literatur zum Thema:

Jörg M. Fegert, Mechthild Wolf(HG): "Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen",Votum Verlag 2002
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS), Landesstelle NRW e.V.
Poststr. 15 – 23, 50676 Köln, www.ajs.nrw.de
Fachreferentin: Gisela Braun, gisela.braun@mail.ajs.nrw.de
Sexueller Missbrauch in Institutionen - Materialien, Medien, Literatur
Arbeitshilfen

Amt für Ev. Kinder- und Jugendarbeit der Ev. Landeskirche in Baden (Hg.)
(2005):
"Es fängt ganz harmlos an!?" Prävention sexuellen Missbrauchs in der Ev. Kinderund
Jugendarbeit.
Bezug:
Amt für Kinder- und Jugendarbeit der Ev. Kirche in Baden, Blumenstr. 1-7, 76133
Karlsruhe, www.ejuba.de

AG der Ev. Jugend in der BRD e.V. (Hg.) (2007):
- Kinderrechte gegen Gewalt und Missbrauch. Die Umsetzung des Schutzauftrages
der Kinder- und Jugendhilfe in der Ev. Jugend.
- Keine Chance für ein Tabu – Sexualisierte Gewalt bei Kinder- und Jugendreisen.
Bezug:
AG der Ev. Jugend, Otto-Brenner-Str. 9, 30159 Hannover,
florian.dallmann@evangelische-jugend.de

BDKJ/Kath. LAG Kinder- und Jugendschutz (Hg.) (2007):
Kinder schützen. Eine Information für Gruppenleiter/innen verbandlicher
Jugendgruppen.
Bezug:
Kath. LAG Kinder- und Jugendschutz NW, Salzstr. 8, 48143 Münster,
Kath.LAG.Jugendschutz.NW@t-online.de

Bayerischer Jugendring (Hg.) (2004):
Prävention vor sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit.
Bezug:
BJR Projekt PräTect, steinbach.beate@bjr.de, www.praetect.bjr.de

CVJM-Gesamtverband (Hg.):
CVJM-Arbeitshilfe. Sexueller Gewalt begegnen.
Bezug:
CVJM, Materialstelle, Im Druseltal 8, 34131 Kassel, versand@cvjm.de (3 Euro)

Deutsche Pfadfinderschaft St.Georg, Diözesanverband Aachen (Hg.) (2009):
Finger weg. Arbeitshilfe zum Thema sexualisierte Gewalt.
Bezug:
DPSG, Mühltalweg 7-11, 41844 Wegberg, info@dpsg-ac.de

Erzbistum Köln (Hg.):
Zu Vorfällen von sexuellem Missbrauch.
Bezug: EB Köln, 50606 Köln, presse@erzbistum-koeln.de
2
Ev. Kirche im Rheinland (Hg.) (2004):
Die Zeit heilt keineswegs alle Wunden. Leitlinien zum Umgang mit sexualisierter
Gewalt.
Bezug:
Ev. Kirche im Rheinland, Landeskirchenamt Abt. 2, Hans-Böckler-Str. 7, 40476
Düsseldorf, martina.haun@ekir-lka.de

Johanniter Jugend (Hg.):
- !ACHTUNG. Eine Arbeitshilfe gegen sexuellen Missbrauch im Jugendverband
(2005)
- !ACHTUNG. Ein Praxisheft gegen sexuellen Missbrauch im Jugendverband (2009)
Bezug:
Johanniter Jugend, Lützowstr. 94, 10785 Berlin, www.johanniter-achtung.de
Kroll, Sylvia/Meyerhoff, Fred/Sell, Meta (Hg.):
Sichere Orte für Kinder.
Bezug:
Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V., Haldenwies 14, 70567 Stuttgart,
www.bdja.org, (9,50 Euro)

Landesjugendkammer der Ev. Kirche in Bayern (Hg.) (2003/2004):
Bei uns nicht! Gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch im Jugendverband.
Bezug:
Landesjugendkammer…, Hummelsteiner Weg 100, 90459 Nürnberg, afj@ejb.de

Landeskirchenamt der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers (Hg.) (2005):
Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch.
Bezug:
Landeskirchenamt, Rote Reihe 6, 30169 Hannover, www.Landeskirche-Hannover.de

Landeskirchenamt der Ev. Kirche von Westfalen (Hg.) (2005):
Verantwortliches Handeln im Falle sexueller Gewalt und Belästigung in der Kirche.
Bezug:
Frauenreferat der Ev. Kirche von Westfalen, Olpe 35, 44135 Dortmund,
www.ekvw.de

Pfadfinderinnenschaft St.Georg (PSG) Bayern e.V. (Hg.) (2006):
Girl Guide. Auch bei uns. Prävention vor sexualisierter Gewalt.
Bezug:
PSG Bayern e.V., Kitzenmarkt 20, 86150 Augsburg, info@psg-bayern.de, www.psgbayern.de

LandesSportBund NRW e.V. (Hg.):
- "Wir können auch anders". Handreichung für Übungsleiterinnen und Übungsleiter.
- Schweigen schützt die Falschen. Sexualisierte Gewalt im Sport – Situationsanalyse
und Handlungsmöglichkeiten (2007)
Bezug:
LandesSportBund NRW, Dorota Sahle, Friedrich-Alfred-Str. 25, 47055 Duisburg,
info@lsb-nrw.de , www.wir-im-sport.de

Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (Hg.) (2009):
AKTIV! gegen sexualisierte Gewalt. Eine Handreichung für
Verantwortungsträgerinnen und –träger im VCP
Bezug: VCP-Bundeszentrale, Wichernweg 3, 34121 Kassel, info@vcp.de,
www.vcp.de

Zartbitter Köln e.V. (Hg.) (2007):
Grenzen achten! Schutz vor sexuellen Übergriffen in Institutionen.
Download bei www.zartbitter.de

Fachbuch
Fegert, Jörg M./Wolff, Mechthild (Hg.) (2002):
Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen. Prävention und
Intervention. Ein Werkbuch. Votum Verlag Münster

Materialien für Kinder
Zartbitter Köln e.V. (Hg.) (2006):
Platzverweis! Tipps für Jungen gegen sexuelle Übergriffe im Sport. Bezug:
Zartbitter Köln e.V., Sachsenring 2-2, 50677 Köln, info@zartbitter.de

 

Sportjugend NRW beim LandesSportBund (Hg.):
1. Wir können auch anders. Tipps für Mädchen.
2. Junge, Junge… Nur für Jungen.
Bezug: Sportjugend NRW siehe oben

Themenhefte
Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung (IzKK),
Deutsches Jugendinstitut e.V. (Hg.):
Sexualisierte Gewalt durch Professionelle in Institutionen.
IzKK-Nachrichten 1/2007.
Bezug: izkk@dji.de, www.dji.de/izkk

Kind Jugend Gesellschaft, Zeitschrift für Kinder- und Jugendschutz 4/2007
Recht auf Schutz – Schutz befohlen?
www.reinhardt-verlag.de

Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (Hrsg.):
Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Institutionen. Umgang mit Fehlverhalten von Fachkräften in Einrichtungen der Erziehungshilfe
Hannover 2004
Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren (Hrsg.):
Sexueller Missbrauch im Spannungsfeld der Institution
Köln 2001

Stand: Januar 2011